Die Vorahnung – Das Flüstern des unsichtbaren Lichts

Shownotes

Das Flüstern des unsichtbaren Lichts
„Bevor die Menschheit lernte, mich zu zähmen, war ich ein ungelöstes Rätsel der Natur.“
In dieser ersten, einleitenden Episode nimmt uns „Ray“, die Stimme der Strahlung, mit an den absoluten Ursprung seiner Wahrnehmung. Vergiss für einen Moment die sterile Medizintechnik der Moderne und reise zurück zu den allerersten, zarten Brücken aus fluoreszierendem Licht, die der Mensch je erblickte. Vom ungläubigen Staunen der Antike über das seltsame, kalte Leuchten des legendären Bologna-Steins bis hin zu den ersten unbewussten Berührungen der Menschheitsgeschichte.
Der Prolog schlägt die emotionale und philosophische Brücke für alles, was folgt. Er ist das Fundament einer Reise durch die Jahrhunderte – und das Versprechen, die Welt der Physik ab jetzt mit völlig anderen Augen zu sehen.
Bist du bereit für das Abenteuer, das im Dunkeln liegt?

Transkript anzeigen

00:00:00: Die Geschichte lehrt uns Weisheit und sie bewahrte uns jene tiefe Demut, die uns im Alltag vor Fehlern schützt.

00:00:28: Die Radiologie gehört zu den fortschrittlichsten Errungenschaften unserer modernen Welt – doch wie alles begann, das weiß heute kaum noch jemand!

00:00:36: Ich bin Rey, ich bin das Licht, und ich erzähle euch heute den Anfang vor dem Anfang.

00:00:43: Willkommen zur Folge eins — Die Vorahnung Das Flüstern des Unsichtbaren Lichts.

00:00:51: Ich gebe zu, es ist ein wenig abstrakt.

00:00:52: Wir holen weit aus aber reist mit mir zurück.

00:00:55: lange lange vor Konrad in Würzburg den Schalter umlegte gab es Menschen die meine Anwesenheit erahnten.

00:01:02: sie spürten dass es eine unsichtbare Welt hinter der Materie gibt.

00:01:07: Es waren sehr und gelehrte die in der Dunkelheit saßen ohne Instrumente ohne Ionisationskammern ohne jedes Werkzeug.

00:01:15: Aber Sie hatten etwas das vielen Forschern der Moderne später abhanden kam Die Demut zu begreifen, dass das menschliche Auge ein zutiefst begrenztes Instrument ist.

00:01:26: Sie ahnten mich lange bevor sie mich sehen konnten – ich war für sie eine Vorahnung!

00:01:32: Ein Flüstern!

00:01:35: Reisen wir ins antike Europa ins fünfte Jahrhundert vor Christus.

00:01:39: Der große griechische Geschichtsschreiber Herodot bereist die alte Finizierstadt Tyros.

00:01:45: Ich gehe hier neben ihm durch den Staub und die Hitze.

00:01:49: Er betritt den Tempel des Herakles, der Stadtgott, den die Phönizer Melkat nannten.

00:01:55: Und er berichtet von zwei Säulen eine aus reinem Gold, die andere aus einem smaraggrünen Stein, der – so schreibt Herod dort wörtlich – in der Nacht heller strahlte.

00:02:07: Stellt euch das vor!

00:02:09: Ein grün leuchtender Pfeiler in der Dunkelheit eines antiken Tempels.

00:02:13: Ich stand davor und kannte das

00:02:15: Geheimnis.".

00:02:16: Die Menschen aber nicht.

00:02:17: Was dieser Stein wirklich war, weiß bis heute niemand mit Sicherheit.

00:02:21: Manche vermuten grünes Glas mit einer verborgenen Lampe, andere einen numizierenden Kristall der tagsüber Licht trank und es nachts wieder ausatmete.

00:02:33: Sicher ist nur die Menschen jenerzeit standen vor einem Leuchten dass sie sich nicht erklären konnten und sie taten das einzige was sie kannten und was ihnen vertraut war – Sie nannten es einen Gott!

00:02:46: Diese Faszination für leuchtende Steine zieht sich durch die ganze Antike wie ein roter Faden.

00:02:52: Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschreibt einen Stein, den er Lüchnis nennt.

00:02:57: vom griechischen Wort für Lampe Das Lampensteinchen berichtet das rötlich glühende Stein.

00:03:04: wenn man sie in der Sonne erwärmte oder zwischen den Fingernrieb Strohhalme und feine Fasern an sich zogen als wären sie lebendig.

00:03:12: Was Plinius staunend als Magie notierte, war in Wahrheit eine erste Berührung mit jenen elektrischen Kräften die viele Jahrhunderte später meine Geburt einläuten sollten.

00:03:21: Die Menschen jagten diese Lampensteine wie Schätze – sie konnten die Kraft nicht benennen aber sie konnten sie fühlen!

00:03:30: Und dann passierte an der Orts etwas das eine Brücke direkt zur modernen Radiologie schlagen sollte.

00:03:36: Wir schreiben das Jahr schreibt es in der italienischen Stadt Bologna Ein einfacher Mann namens Vincenzo Cascarriolo.

00:03:43: Er war tagsüber Schumacher und nachts ein besessener Archimist, er durchstreifte häufig die Hügel des Montepaderno.

00:03:51: Einmal fand er einen ungewöhnlich schweren hellglänzenden Stein – und in seinem Kopf reifte ein gieriger Gedanke!

00:03:58: Das ist der Stein der Weise….

00:03:59: Wenn ich ihn im Ofen brenne mache ich daraus pures

00:04:02: Gold.".

00:04:04: Cascariolo zündete die Kohlen an und kochte den Stein stundenlang ab.

00:04:08: Gold fand er keines ….

00:04:10: Aber als er den Ofen nachts ausbrennendies und das Laborstock finster wurde, sah er es.

00:04:15: Er schrie vor Entsetzen auf!

00:04:17: Der kalte längst abgekochte Stein liegt auf dem Tisch und glüht von ganz alleine – in einem unheimlichen bläulichen Licht wie eine lebendige Kohle die niemals fällischt.

00:04:29: Ich stand in diesem Raum und ich musste schmunzeln, als er erschrocken die Augen auffris.

00:04:33: Cascariolo nannte seine Entdeckung den La Pistolaris den Sonnenstein, weil das Glühend jedes Mal wieder auflebte sobald man ihn ans Tageslicht hielt.

00:04:44: Gelerter aus ganz Europa reist nach Bologna um dieses Wunder mit eigenen Augen zu sehen.

00:04:49: Wald war ja schlicht als bologneser Stein in aller Munde und hier schließt sich ein Kreis über drei Jahrhunderte.

00:04:56: was der Schuhmacher da in den Händen hielt war chemisch gesehen barium sulfat das mineralbarüt Durch das Brennen mit der Kohle hatte er es in Leuchtenes Barium sulfit verwandelt, einen der allerersten künstlichen Leuchtstoffe der Menschheitsgeschichte.

00:05:12: Barium!

00:05:14: Genau jenes Element, dass Cascarriolo XVIII durch puren Zufall zum Leuchen brachte, taugt fast dreihundert Jahre später wieder auf – denn der kleine Schirm, mit dem Wilhelm Konrad Röntgen mich eightiehnundneunzig als grünes Glimmen sichtbar machte, war mit einem Bariumsstoff bestrichen.

00:05:31: mit Barium, Platines, Hyanur.

00:05:33: Okay es war nicht die selbe Substanz aber das selbe Element.

00:05:39: Nun... Das Flüstern der Steine reichte den Menschen irgendwann nicht mehr aus.

00:05:43: sie wollten die Energie nicht länger nur bestaunen Sie wollten sich selbst erschaffen dem Blitz Bending.

00:05:49: und bevor sie lernten mich sinnvoll zu nutzen machten sie aus der Urgewalt der Physik erst einmal etwas ganz anderes ein Gesellschaftsspiel.

00:05:58: Willkommen im achtzehnten Jahrhundert in den prachtvollen Salons des europäischen Adels.

00:06:03: Dort baute man die ersten Reibungs-Elektriziermaschinen, große rotierende Glatscheiben, die durch bloße Reibung gewaltige Funken spuchten.

00:06:12: und was machte die feine Gesellschaft damit?

00:06:14: Sie spielten das elektrische Kussspiel!

00:06:18: Dabei bat man eine junge Frau sich auf eine dicke Isolierplatte zu stellen – im Salon nannte sie die Elektrische Venus.

00:06:25: Heimlich wurde sie über einen verborgenen Draht an die Maschine angeschlossen.

00:06:30: Ihr Körper lud sich mit statischer Elektrizität auf, bis ihr die Bahare zu bergestanden.

00:06:36: Und dann forderte man junge Männer auf, die Dame zu küssen.

00:06:39: In dem Moment in dem sich die Lippen näherten sprang ein bläulicher Funke mit einem lauten Knall über.

00:06:45: Die Männer taumelten erschrocken zurück – der Salon johlte vor Vergnügen!

00:06:49: Es war schon witzig ….

00:06:51: Man nannte es den Funken der Liebe….

00:06:54: Ich stand leicht amüsierter neben und dachte mir, wenn ihr wusstet dass dieser kleine blaue Liebesblitz der Urvater jener gigantischen Energie ist die eines Tages eure Krankheiten finden wird.

00:07:08: Und das war noch nicht alles!

00:07:09: Die Experimente wurden immer verrückter.

00:07:12: Im Jahr siebzechsund vierzig wollte der französische Abton Physiker Jean-Antoine Roulet wissen wie schnell sich die unsichtbare Elektrizität ausbreitet.

00:07:21: also ließ er rund zweihundert Kathäuser Mönche antreten.

00:07:24: Sie mussten eine lange Kette bilden, indem sie sich über Eisendrähte an den Händen hielten.

00:07:29: Dann schloss Nolé die Kette an einer leidenden Flasche an – das war eines der allerersten elektrischen Kondensatoren der Menschheit geladen bis zum Bärsten!

00:07:38: Und was geschah?

00:07:39: In exakt derselben Sekunde zuckten alle zweihundert Mönche wie auf Kommando zusammen und sprangen in die Höhe.

00:07:47: Die Elektrizität floss schneller als das Auge erst erfassen konnte.

00:07:51: Bei Hofe war man natürlich begeistert….

00:07:53: Die Mönche, so vermute ich, waren es etwas weniger.

00:07:58: Und doch gab es zwischen all diesen Jahrmachtspielen einen Mann der etwas entdeckte das bis heute eine Spur in den Lehrbüchern hinterlässt.

00:08:06: Sehundertsiebenundsiebzig experimentierte der Göttinger Physikprofessor Georg Christoph Lichtenberg mit künstlichen Blitzen.

00:08:13: Er jagte den Strom über eine staubbedeckte Isolierplatte und stellte fest dass die Entladung ein filigranes Muster im Staub hinterließ Feind verästelt wie die Wedel eines Farns.

00:08:25: Da zeigte die Natur für einen Augenblick ihr wahres Gesicht.

00:08:28: Wenn heute ein Mensch von einem Blitz getroffen wird oder einen schweren Hochspannungsunfall überlebt, dann brennt der Strom genau diese Muster an seine Haut.

00:08:37: Die roten Glutkörperchen-Plätzen entlangt das Strombahn auf und zeichnen diese fahrenartigen Verästelungen auf den Körper.

00:08:44: Wenn Ärzte dieser Muster sehen wissen sie sofort welche Kraft durch diesen Menschen geströmt ist Und man nennt sie bis heute nach ihrem Erfinder die Lichtenbergfiguren.

00:08:55: Die Salons wurden irgendwann geschlossen, die Menschheit schritt voran ins Jahrhundert der Industrie und der echten Wissenschaft.

00:09:02: Und im Vakuum der ersten gläsernen Apparate pulsierte ich weiter und wartete – geduldig!

00:09:08: Auf den einen Moment.

00:09:10: Seid ihr bereit zu sehen wie auf der Magie des Salons die harte Wissenschaft erröhren wurde?

00:09:15: Dann reisen wir weiter.

00:09:17: Die Ehrer hat der Experimente beginnt.

00:09:21: Das war eine neue Folge von Glow in the Dark die Geschichte der Strahlung.

00:09:25: Konzept, Recherche und Sprecherin Dorina Petersen.

00:09:29: Wenn euch diese Reise in die Vergangenheit gefallen hat lasst gerne eine Bewertung da und abonniert den Podcast.

00:09:36: Wir hören uns in der nächsten Folge wenn die Magie des Salons zur harten Wissenschaft wird.

00:09:41: Bis zum nächsten Mal Bleibt neugierig.

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