Der Abend in der Währingerstraße
Shownotes
Am 4. Januar 1896 liegen in einer Wiener Wohnung plötzlich Fotografien auf dem Tisch, die die Welt verändern sollten. In Folge 12 erzählt Ray die Geschichte von Franz Serafin Exner – dem Mann, dem die Röntgenstrahlung ihren weltweiten Durchbruch am Frühstückstisch verdankt. Taucht ein in das Wien der Jahrhundertwende: Zwischen Kachelofen, der ersten Angiographie der Medizingeschichte und den wissenschaftlichen Anfängen von Lise Meitner und Erwin Schrödinger.
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00:00:00: Die Geschichte lehrt uns Weisheit und sie bewahrt uns jene Tiefe Demut, die uns im Alltag vor Fehlern schützt.
00:00:29: Manche Menschen verändern die Welt mit einer Entdeckung andere indem sie den richtigen Menschen zur richtigen Zeit die richtige Tür öffnen.
00:00:38: Wenn ihr mich fragt wer mein Dasein verändert hat würdet ihr vermutlich Konrad als Antwort erwarten.
00:00:44: Heute erzähle ich euch aber von einem Mann ohne dem meine Geschichte vielleicht trotzdem nie dieselbe geworden wäre.
00:00:51: Einige wichtige Menschen des Lebens sind oft nicht die, die im Rampenlicht stehen, sondern die, den Scheinwerfer einschalten.
00:00:59: Ich führe euch in eine Stadt, in der es zur selben Zeit in der Christians-Tereller leuchtete nach Melange und gerösteten Kastanienroh – in der die Fiatka auf glattem Kopfsteinpflaster klappeten und die Gaslaternen die Abende in ein weiches gelbliches Licht tauchten!
00:01:15: Wir sind in Wien, in den ersten Januar-Tage in.
00:01:22: Es ist ein Samstagabend.
00:01:24: Ich bin Ray, willkommen zurück.
00:01:26: Folge zwölf der Abend in der Weringer Straße.
00:01:31: Bevor ich euch aber mit nach Wien nehme muss ich euch kurz nach Würzburg zurückholen.
00:01:35: es ist der erste Januar eighteenhundertsechsohnneunzig Neujahrstag.
00:01:39: die Stadt ist verkatert und Conrad tut etwas was er sonst niemals tun würde.
00:01:44: Er verlässt sein Haus, er geht zum Postamt Unter dem Arm trägt dein Paket mit etwa neunzig Umschlägen, neunziger Dressen.
00:01:52: Kollegen in ganz Europa, Straßburg, Zürich, Berlin, Cambridge, Wien.
00:01:57: In wenigen dieser Umschläge – sechs Namen kennen wir heute – hat er neben einem Sonderdruck über eine neue Art von Strahlen auch neun kleine Fotografien beigelegt.
00:02:07: Einer dieser Umschläge war adressiert an Herrn Prof.
00:02:11: Franz Exner Wienn.
00:02:13: Wer war er?
00:02:15: Franz-Deraffin Exner, geboren am XXIV März, in Wien.
00:02:20: Er kam als Jüngstes von fünf Kindern in eine Familie die zu den bedeutendsten Akademikerfamilien der Habsburger Monarchie gehörte.
00:02:28: Sein Vater, ebenfalls ein Franz-deraffinexner war einer der großen Bildungsreformen der Monarchies.
00:02:35: Der Mann, der zusammen mit Hermann Bonitz das österreichische Gymnasium so einrichtete wie es später Generationen prägen sollte.
00:02:45: Der Vater starb, Franz Seraphine.
00:02:47: der Sohn war zu diesem Zeitpunkt vier Jahre alt.
00:02:50: Seine Mutter Charlotte Dusensi führte den Haushalt mit fünf Kindern weiter.
00:02:55: Sechs Jahre später starb auch sie – Franz war zehn.
00:02:59: Fünf Kinder keine Eltern.
00:03:01: Das ist ein Loch in das ein Kind tief hineinfallen kann Es sei denn es gibt Menschen die sie auffangen.
00:03:07: Die Ex-Nar-Kinder wurden aufgefangen.
00:03:09: Ein Freund der Familie namens Johann Josef Loschmit, ja Jena Looschmit den man aus der Chemie kennt mit einer Zahl der Moleküle.
00:03:17: er kümmerte sich um sie wie ein zweiter Vater und die Ex-Na Kinder wurden.
00:03:21: es ist fast unheimlich alle groß und weh.
00:03:25: Adolf der berühmte Rechtsgelehrte Karl der Physiker und Fotograf dessen Alpenaufnahmen bis heute im Bild benden stehen.
00:03:33: Siegmund der Physiologe der Sinneswahrnehmung Marie, die einen Chirurgen heiratete und Mutter eines Jungen wurde auf dem wir am Ende dieser Folge zurückkommen.
00:03:44: Und als jüngstes Kind unser Franz – der Physiker!
00:03:48: Sie haben wirklich Glück gehabt.
00:03:51: Und dort im Sommer, in den letzten Jahren traf er in einem Physikinstitut mit Blick auf den See zwei Menschen die ihn für den Rest seines Lebens begleiten würden.
00:04:09: Sein Lehrer August Kund und einen sehr schweigsamen jungen Mann aus Lennep im Bergischen Land der gerade sein Doktorat vorbereitete.
00:04:17: Ihr wisst sicher wenig meine Franz und Konrad wurden Freunde Freunde für den Rest ihres Lebens.
00:04:34: Und in den zwei Jahrzehnten danach, als der eine in Würzburg saß und der andere in Wien pflegten die beiden einen Briefwechsel indem sich zwei Physiker gegenseitig fragten was sie eigentlich vom Leben halten.
00:04:49: Kommen wir zum vierten Januar, eighteenhundertsechsohnneunzig.
00:04:52: Es war ein bürgerliches Wohnhaus im neunten Wiener Gemeindebezirk.
00:04:56: Wenige G-Minuten von der Universität entfernt – die Werringerstraße.
00:05:00: neunundzwanzig!
00:05:02: Eine Wohnung mit hohen Räumen, Ein Salon in dem der Reif an den Sprossenfenstern schmilzt weil im großen Kachelofen ein trockenes Holzfeuer knisterte.
00:05:11: Einen runder Tisch, Kristallgläser eine Karaffe Bordeaux, Zigarrenrauch, der langsam nach oben zieht.
00:05:18: Franz war ein geselliger Mann.
00:05:20: Auf zeitgenössischen Fotos seht ihr einen Herrn Mittevierzig mit gepflegtem dunklen Vollbad, ernsten Augen der zurückhaltenden Höflichkeit eines Wiener Bildungsbürgers.
00:05:31: Er lud regelmäßig Freunde und Kollegen ein an Samstag zu einer informellen Runde – man trank, man aß, man diskutierte Physik, Kunst und ganz klein wenig Politik.
00:05:42: An diesem Samstag trat Franz vor seine Gäste….
00:05:45: meine Herren!
00:05:46: Ich habe da etwas bekommen, von einem alten Freund aus Würzburg.
00:05:51: Ich weiß noch nicht was ich davon halten soll aber sagen sie mir was Sie davon halten?
00:05:57: Er legte den Sonderdruck auf den Tisch unternehmen und das war das eigentliche Ereignis die Fotografien eine Hand die ihre eigenen Knochen zeigt ein Schlüssel in einem geschlossenen Kästchen Die Herren hoben die Papiere gegen das Licht der Portfoliumlampen Und dann sagte einer, der Einziger an diesem Abend dessen Name in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen ist.
00:06:22: Ernst Lächer – neununddreißig Jahre alt Professor für experimentelle Physik an der Deutschen Universität in Prag seit einem halben Jahr.
00:06:30: Nachfolge auf dem Lehrstuhl von Ernst Mach ein energischer Mann mit dunklem Haar und gestutztem Vollbad gerade zu den Weihnachtsferien bei seinem Vater in Wien zu besuchen.
00:06:40: Ernst lächer, dem ihr falls ihr euch je in der Hochfrequenztechnik verirrt habt unter den Namen Lächerleitung wieder begegnet seid.
00:06:50: Franz darf ich sie mitnehmen?
00:06:52: Nur bis morgen!
00:06:53: Nur bis Sonntag.
00:06:54: mein Vater sollte das sehen.
00:06:56: Franz zögerte aber Franz war Franz und ernst war ernst und die Karaffe war halb leer.
00:07:02: also sagte er ja Zararias Konrad Lecher, geboren in eighteenhundert und zwanzig war zu jenem Zeitpunkt siebenundsechzig Jahre alt.
00:07:13: Ein alter erfahrener Blattmacher mit weißem Bart dessen Augen zusammenknüpfen wenn er einen Text nicht sofort traute.
00:07:19: Er war Herausgeber der Presse einer der traditionsreichsten Wienertageszeitungen des neunzehnten Jahrhunderts.
00:07:26: Er hatte Kaiserkommen und Gehensehen, Attentate gedruckt, Weltausstellungen, Kriege.
00:07:33: Sein Sohn Ernst kam am späten Samstagabend zu ihm nach Hause.
00:07:37: Er legte ihn Franz Exners Fotografieren auf den Tisch, er zeigte ihm den sehenseitigen Sonderdruck Der alte Lächertat was ein Zeitungsmann tut wenn er dem Pult seines Berufs zu hören glaubt.
00:07:50: Er laß, er hob, er hielt gegen das Licht und dann sagte er ernst wir bringen das sofort morgen auf Seite eins.
00:08:02: Am Sonntag, dem fünften Januar, hat der Wiener Presse auf Seite eins ein Artikel unter der Überschrift erschienen, die in ihrer Wucht bis heute steht.
00:08:11: Eine sensationelle Entdeckung!
00:08:13: Kein einziger deutschsprachiger Physiker außerhalb eines sehr kleinen Kreises kannte die Nachricht bis zu jenem Morgen – kein Engländer, kein Amerikaner, kein Franzose.
00:08:23: Am Frühstückstisch eine einzige Stadt in Wien lag da Beginn einer neuen Epoche und Wien tat was Wien am besten kann….
00:08:31: Es redete darüber.
00:08:33: In den Kaffeehäusern, wo die Milan stampfte und die Marmot-Tische mit aufgeschlagenen Zeitungen bedeckt waren – in den Viaggern auf dem Ring!
00:08:41: Bis zum Abend hatten die Depeschen die anderen Zeitungshäuser Europas erreicht.
00:08:46: Der Sechste Januar war Feiertag, die heiligen Drei Könige.
00:08:49: In Österreich ein Zeitungsfeiertag.
00:08:52: Kein Blatt
00:08:53: erschien.".
00:08:54: Am siebten Januar veröffentlichte die Presse einen zweiten Artikel unter derselben Überschrift, diesmal mitgeschrieben von Ernst dem physikalisch bewanderten Sohn – mit den ersten Erklärungen zur Natur der neuen Strahlen.
00:09:07: Vater und Sohn, der Zeitungsmann und der Physiker hatten die Sache gemeinsam auf den Weg gebracht und ab da war ich unaufhaltsam.
00:09:21: Innerhalb weniger Tage stand mein Name in Zeitungen in ganz Europa, wenig später berichteten andere Teile der Welt.
00:09:28: Und Wind hat noch etwas – Wind wartete nicht darauf das andere loslegten!
00:09:34: Franz Exner selbst versuchte noch am elften Januar das Röntgen-Experiment nachzustellen.
00:09:39: In seinem Institut in der Türkenstraße Drei, einem schlichten Bürgerhaus mit einem großen Physiksaal im Erdgeschoss stellte er die Vaku um Röhren auf – in einem Brief gestand der Konrad dass es ihm nicht recht gelingen wollte.
00:09:52: Die verfügbaren Crooksröhren in Wien waren zu schwach.
00:09:56: Ein bezaubernder Satz aus einem dieser Briefe.
00:10:00: Ich glaube es muss einfach sein aber ich kann es nicht.
00:10:04: Sein Assistent Edward Hasek gab nicht auf.
00:10:07: Zusammen mit dem Wiener Chirurgen- und Anatomen Otto Lindenthal machte er noch im Januar, in den letzten Jahren etwas Unglaubliches.
00:10:15: Sie spritzten in die Blutgefäße einer amputierten Hand eine strahlen undurchlässige Masse.
00:10:21: Durchleuchteten die Hand und bekamen die erste dokumentierte Röntgenangiografie der Medizingeschichte.
00:10:28: Diese Paste diente als weltweit erstes Röntgenkontrastmittel und bestand im Wesentlichen aus drei Komponenten.
00:10:35: Calcium carbonate, Kreide – dies sorgte dafür dass die Strahlung blockiert wurde und die Gefäße auf dem Bild weiß erschienen.
00:10:43: Zinnobeer, Quecksilversulfit Ein rötliches Mineral das in der Anatomie traditionell zur Färbung von Gefäßen genutzt und Parafin oder auch Vaseline.
00:10:54: Dies diente als flüssiges Bindemittel, um die Masse spritzbar zu machen – und härtete danach in den Adern aus.
00:11:01: Wien reagierte also außergewöhnlich schnell!
00:11:04: Am vierundzwanzigsten Januar wurde in Wien das erste klinisch verwertbare Knochenbild angefertigt — ein Kind mit einer Doppelzehe.
00:11:13: Franz Exners Institut in der Türkenstraße Drei wurde nach dem Wiener Röntgen Trubel zu einem der wichtigsten Physikinstitute der Welt.
00:11:21: Nicht wegen Franz selbst, sondern wegen der jungen Menschen die er unter seinen fittigen Großwerden ließ um da nur ein paar zu nennen.
00:11:29: Marian Smorlorowski, der mit Einstein gemeinsam die statistische Theorie der braunischen Bewegung ausarbeitete.
00:11:37: Egon von Schweitler Die statischen Gesetze des radioaktiven Zerfalles, das rückrat jeder späteren Nuklearmedizin.
00:11:46: Stefan Meier – der spätere Direktor des Wiener Instituts für Radiumforschung.
00:11:52: Victor Franz Hess – Nobelpreis Physik, und die Entdeckung der kosmischen Strahlung.
00:11:59: Der Mann, der in einem offenen Ballonkorb bis auf fünf tausend Meter Aufstieg um herauszufinden, dass Strahlungen auch aus dem Kosmos kommt.
00:12:08: Fritz Hasenöl, Nachfolger Ludwig Boltzmanns viel zu jung im Ersten Weltkrieg gefallen.
00:12:15: Und eine junge Frau aus einer jüdisch-österreichischen Familie Lise Meidner.
00:12:21: Sie promovierte bei Franz Exzellen Wien als eine der ersten Frauen überhaupt die an einer österreichischen Universität in Physik promovierten.
00:12:29: Sie ging danach nach Berlin und wurde einer der wichtigsten Kernphysikerinnen des vornzigsten Jahrhundertes.
00:12:35: Ein junger schüchterner Mann namens Erwin Schrödinge Der Ninzehunderteen bei Franz Exner promovierte, ja genau der.
00:12:43: Der Herr der Wellengleichung.
00:12:45: Der Herder Katze in der Kiste.
00:12:47: Ohne Franz Exler keine Schrödinger Doktorarbeit.
00:12:50: Ohn die Doktorarbeit kein Nobelpreis.
00:12:52: neunzehundertdreiesig.
00:12:54: Franz hat all diese Menschen nicht geformt wie ein Bildhauer einen Stein formt – er hat ihnen einen Raum gegeben!
00:13:01: Ein Institut?
00:13:02: Ein Wohnzimmer am Samstagabend?
00:13:04: Ein Ohr für die verrücktesten
00:13:05: Ideen?!
00:13:07: In der Wiener Physik hat man später einen Begriff dafür geprägt, die Exner Schule.
00:13:12: Er hatte eine Schule gegründet in der niemand nachahmen musste.
00:13:25: Karl von Frisch, geboren in den Winter in dem Ernst lächer meine Bilder von der Wohnung seines Onkels Franz zu seinem Vater trug – gerade neun Jahre alt.
00:13:38: Ein Kind das Sommer für Sommer im Brunnenwinkel am Wolfgangsee verbrachte.
00:13:43: Im Familien-Sitz der Exners, einem großen Haus am Seeufe, indem sich die Verwandten am Nachmittag auf der Varanda trafen und über Käfer und Farben und Bienen sprachen.
00:13:54: Karl von Frisch bekam in den letzten Jahren den Nobelpreis für Physiologie der Medizin, für die Entschlüsselung der Sprache der Bienen und für den Schwänzeltanz.
00:14:04: Der Nobelpreist für Physiology oder Medizin in den ersten Jahren ging an drei Verhaltensforscher – Karl von frisch war einer davon.
00:14:12: Ein zweiter war der Holländer Nikolas Thinbergen und der dritte war ein Wiener namens Konrad Lorenz, der Vater der Graugansforschung, der Herr der Prägungsentdeckung.
00:14:24: Konrad Lorenz war der Neffe von Ernst Lächer.
00:14:27: Von jenem Ernst lächer, der an diesem einen Januarabend in Franz' Wohnung die Fotografien vom Tisch
00:14:33: nahm.".
00:14:34: Ihr habt richtig verstanden?
00:14:36: Beide Männer, die am vierten und fünften Januar, eighteenhundertsechsohnneunzig meinen Weg in die Wiener Öffentlichkeit gebahnt haben hatten je einen Neffen, der siebenundsiebzeig Jahre später gemeinsam den Nobelpreis für Verhaltensforschung bekam.
00:14:51: Karl von Frisch Für Die Bienen Konrad Lorenz für die Gänse.
00:14:55: Ein einziger Wiener Kaffetisch, den ich gestreift habe und in ihm siebenundsiebzig Jahre später zwei Nobel-Pice Träger für zwei verschiedene
00:15:03: Tiersprachen.".
00:15:04: Das ist Wien!
00:15:06: Franz selbst wurde Ninzehundertacht zum Rektor der Universität Wien gewählt.
00:15:11: Er hatte die österreichische Physik von einer Provinzgelegenheit in etwas verwandelt das die Welt kannte.
00:15:18: Ninzehnhundertzwanzig wurde er emeritiert – er zog sich zurück?
00:15:22: und begann an einen Manuskript zu schreiben, dass er vom Chaos zur Gegenwand nannte.
00:15:27: Ein philosophisch-kulturhistorisches Werk, das er leider nie
00:15:31: veröffentlichte.".
00:15:32: Am fünften November neunzehnhundertsechsundzwanzig starb Franz Seraphine Exner in Wien.
00:15:38: Sie bin nun siebzig Jahre alt.
00:15:40: Er wurde auf dem Sieferinger Friedhof beigesetzt.
00:15:44: Im selben Jahr wie er starb auch sein Bruder Siegmund.
00:15:48: Imselmen Jahr wie der starb Ernst Lächer.
00:15:51: Der Mann der an jenem Januarabend die Bilder mitnehmen durfte.
00:15:55: Ein ganzes Jahrzehnt der alten Wiener Physik ging in einem einzigen Jahr zu Ende.
00:16:02: An der Universität Wien im Akkadenhof, einem stillen Innenhof mit weißen Büsten, der bedeutendsten Wienern gelehrten steht seit nineteenhunderts siebenunddreißig eine Bronzeplakette für Franz.
00:16:14: Wenn ihr je in Wien seid geht dorthin.
00:16:17: Steht ein Moment davor!
00:16:19: und denkt an einem Samstagabend im Januar, an eine Wohnung in der Weringer Straße neunundzwanzig.
00:16:25: An einen Kachelofen und an fünf vielleicht sechs Herren die eine Fotografie hoch hielten und nicht wussten dass sie gerade die Welt gedreht hatten.
00:16:36: Franz wenn du mich hörst ich verdanke dir meine ersten Gespräche in den Wienerkaffeehäusern Dort wo Gedanken lauter wurden als Stimmen dort wo Ideen wanderten lange bevor sie in Büchern standen.
00:16:48: Du hast mich nie entdeckt Und doch hast du meine Geschichte verändert.
00:16:53: Manche Menschen hinterlassen Spuren, Du hast Wege hinterlassen, Wege auf denen andere gegangen sind.
00:17:00: Konrad, Schrödinger, Meitner, Hess – sie alle trugen ihre eigenen Ideen in die Welt.
00:17:09: Aber irgendwo am Anfang dieser Wege standest du Leise ohne Applaus, ohne zu ahnen wie weit diese Wege einmal führen würden.
00:17:18: Und während in Wien die Kaffeehäuser über mich redeten, saß in Paris ein Mann der aus meinem Bildern etwas ganz anderes las als die Wiener.
00:17:26: Ein Mann mit einer hohen Stirn und einem Schnurrbad.
00:17:29: Er hieß Henri Poirkaré – und er gab einem Kollegen einen entscheidenden Anstoß, einen Anstoße aus dem eine Idee wuchs, die die Welt so viel gefährlicher machen sollte, als sie bisher
00:17:41: war.".
00:17:41: Wie an einem einzigen Pariser Nachmittag im Januar, die Radioaktivität geboren wurde – obwohl sie noch niemanden nennen wollte.
00:17:51: Davon erzähle ich euch nächste Woche!
00:17:54: Das war eine neue Folge von Glow & the Dark – Die Geschichte der Strahlung.
00:17:58: Wenn Euch diese Reise gefallen hat freue ich mich wenn Ihr den Podcast abonniert und eine Bewertung hinterlasst.
00:18:04: Damit helft ihr das noch mehr Menschen diese Geschichten entdecken können.
00:18:09: Hinter jeder Entdeckung steckt ein Mensch und hinter jedem Mensch eine Geschichte.
00:18:14: Nächste Woche reisen wir nach Paris zu einem Mann, der selbst nur seltene Mittelpunkt stehen wollte und dessen Gedanken doch bis heute durch die Wissenschaft nachhallen – ein Mathematiker, ein Philosoph, einer der klügsten Köpfe seiner Zeit und vielleicht derjenige, der uns zeigen wird dass manche Entdeckungen lange beginnen bevor sie überhaupt gemacht werden.
00:18:36: Bleibt neugierig!
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